Stadtwerke investieren heuer über 4 Millionen Euro
21. February 2020

Der Geschäftsplan der Wolfsberger Stadtwerke für das Jahr 2020 war ein Hauptpunkt der gestrigen Sitzung des Wolfsberger Gemeinderates. Bei einem erwarteten Umsatz von 14,064 Mio. Euro werden von den Stadtwerken für Investitionen und Instandhaltungen, unter anderem im Bereich des Trinkwasser- und Kanalnetzes, insgesamt 4,1 Millionen Euro aufgebracht.
In den jeweils mehr als 400 Kilometer langen Trinkwasser- und Abwassernetze der Stadtwerke müssen permanent umfangreiche Erneuerungen durchgeführt werden. 2020 ist dafür ein Großteil der auf 4,1 Mio. Euro veranschlagten Investitionsmittel vorgesehen. Bei weiterhin gutem Wetterverlauf werden schon in den nächsten Tagen die Baustellen Hattendorf und Rathausplatz-Schwemmtratten weitergeführt, an neuen Projekten stehen unter anderem Höhenweg/Griesstrasse und der Neubau des Hochbehälters Prebl an. Der Geschäftsplan wurde vom Gemeinderat mehrheitlich gegen die Stimmen der ÖVP beschlossen.
Einstimmigkeit herrschte dagegen bei der Neuverpachtung der Gastronomie im Wolfsberger Stadionbad an die Grazer Firma SPZG - bekannt durch die Systemgastronomie „Bausatz “-, die im Ausschreibungsverfahren als Bestbieter mit dem besten Konzept ermittelt wurde. Der Pachtvertrag läuft für zehn Jahre um eine monatliche Pacht von 2.500 Euro netto. Aufgrund der notwendigen Investitionen wird im ersten Jahr die Pacht um 50 Prozent reduziert.
Verkauf altes Volksschulgebäude Waldenstein
Kontrovers verlief die Diskussion um den Verkauf des alten, abbruchreifen Volksschulgebäudes in Waldenstein, wofür bereits im Jahr 2017 vom Gemeinderat ein Grundsatzbeschluss gefasst worden war. Dem durch Gutachten geschätzten Verkehrswert des Grundstückes von 38.000 Euro stehen ebenfalls gutachterlich geschätzte notwendige Abbruch- oder Sanierungskosten für die Gemeinde von jeweils mehr als 50.000 Euro gegenüber. Der Kaufinteressenten, die Kärntner Montanindustrie, welche im angrenzenden Areal eine Betriebsstätte unterhält, zeigte sich zur Bezahlung des Verkehrswertes bereit, jedoch nur unter der Bedingung, dass das Gebäude von der Gemeinde vorher beseitigt würde.
„Das wäre für uns wegen der hohen Abbruchkosten ein Verlustgeschäft“, erklärte dazu Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz. Da andererseits die Gemeinde für die dringend nötige Sanierung ebenfalls eine hohe Summe hätte in die Hand nehmen müssen, einigte man sich mit der Kärntner Montanindustrie auf einen Kaufpreis von gesamt 7.000 Euro samt Übernahme des baufälligen Gebäudes. Die Pflege der auf dem Areal befindlichen Gedenkanlage für die dortige Entstehung des Textes des Kärntner Heimatliedes wird langfristig vom Käufer übernommen. Die Gemeinde zahlt dafür eine Abgeltung von einmalig 16.000 Euro. „Insgesamt ist das für die Stadtgemeinde die finanziell beste und sinnvollste Lösung“, betonte Schlagholz. Der Kaufvertrag wurde mehrheitlich gegen die Stimmen der FPÖ beschlossen.
Gastgärten dürfen schon jetzt aufmachen!
Rasch gehandelt hat Bürgermeister Schlagholz angesichts der frühlingshaften Temperaturen, welche zum Flanieren in der Innenstadt einladen: Die laut Verordnung erlaubte Öffnung von Gastgärten ab 1. März wurde auf 21. Februar vorverlegt, so dass sich die Wolfsbergerinnen und Wolfsberg schon aktuell am bevorstehenden Wochenende auf die Benutzung der angebotenen Gastgärten freuen dürfen.
Einstimmig beschlossen wurde auch die Förderung eines weiteren Pop-up-Stores: In der Johann Offner Straße 26 wird ab 1. März ein Fahrradservice-Betrieb einziehen.
Weichenstellung für Geh- und Radweg Schleifenstraße
Ein bereits im Zuge der neuen Unterführung St. Jakober Straße mit angedachtes Verkehrsprojekt, die Anlage eines Geh- und Radweges an der Schleifenstraße, rückte mit dem einstimmigen Beschluss zum Ankauf eines 3.100 m2 großen Grundstückes von der ÖBB einen Schritt näher der Realisierung. Das Areal direkt an der Schleifenstraße wurde um Gesamtkosten von rund 70.000 Euro erworben. Der Geh- und Radweg, dessen Errichtungskosten auf rund 900.000 Euro geschätzt werden, soll laut Bürgermeister Schlagholz innerhalb der nächsten fünf Jahre umgesetzt werden.
Bekenntnis zur Windenergie
Die Beseitigung eines Hindernisses für die Errichtung des Windparkes Bärofen auf der Koralm wurde im Gemeinderat einstimmig vertagt. Ein am Areal befindliches - nicht mehr benutztes und verwildertes - Weggrundstück, das als öffentliches Gut der Gemeinde Wolfsberg gehört, müsste laut Betreiber aus dem öffentlichen Gut ausgeschieden werden, da sonst allfällige Benutzer durch den Betrieb der Anlage gefährdet werden könnten. „Wir werden rasch alle Alternativen prüfen“, erklärte dazu Bürgermeister Schlagholz.