Restaurierte Zunfttruhe im Museum im Lavanthaus vorgestellt
22. March 2023

Die aus dem Jahr 1680 stammende Zunfttruhe der Wolfsberger Schneiderinnung, konnte dank einer Initiative von Robert Swatek, dem Obmann des Förderungsvereines Lavanttaler Heimatmuseum, mithilfe von Sponsoren (Stadtgemeinde Wolfsberg, Wirtschaftskammer Wolfsberg, Wirtschaftskammer Schneiderinnung, Rotary und Private) restauriert werden und ist nun in neuem Glanz im Museum im Lavanthaus zu besichtigen.

Bei der heutigen Präsentation im Museum verwies Swatek darauf, dass die Zunfttruhe zum Ensemble der insgesamt 1.400 Leihgaben gehört, die der Förderungsverein dem Museum im Lavanthaus zur Verfügung gestellt hat. Die Kosten für die Restaurierung durch den bekannten Wolfsberger Tischler und Restaurator Hermann Wech bezifferte Swatek mit 2.300 Euro, wovon die Stadtgemeinde Wolfsberg 1.000 Euro übernahm, die Wirtschaftskammer Wolfsberg bzw. die Schneiderinnung 700 Euro und der Rest durch private Sponsoren aufgebracht wurde.

Vizebürgermeisterin Michael Lientscher betonte die Bedeutung privater Initiative für den Erhalt kultureller Schätze und bedankte sich bei Robert Swatek: „Es ist ein Geschenk für die Stadt, wenn sich Privatpersonen so stark für den Erhalt des historischen Erbes engagieren.“ Als Sponsorenvertreter der Wirtschaftskammer wirkten weiters Bezirksobmann Gerhard Oswald und die Landesinnungsmeisterin Mode und Bekleidung, Birgit Moser, an der Präsentation der restaurierten Truhe mit.

Zur Bedeutung der Truhe erklärt der neue Leiter des Museums, Christian Bachhiesl:

Die Zunfttruhe, die eine Leihgabe des Förderungsvereines Lavanttaler Heimatmusem darstellt und im Museum im Lavanthaus ausgestellt ist, verweist uns zurück in die Zeit, da freie wirtschaftliche Konkurrenz nicht erlaubt war und Handwerker in ihren jeweiligen ständischen Körperschaften, den Zünften, zusammengeschlossen waren. Wer in den Zeiten vor der erst Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführten Gewerbefreiheit in einem Handwerk tätig sein wollte, musste von der Zunft anerkannt und aufgenommen werden.

Die Zünfte erfüllten auch Aufgaben, die heute von staatlichen Institutionen gewährleistet werden, etwa Kranken- und Witwenversorgung und Altersvorsoge. Dafür wurden ihnen von der Obrigkeit – zu der Zeit, aus der sie Truhe stammt, war das in Wolfsberg das Bistum Bamberg – Privilegien erteilt. Die Zunfttruhe der Wolfsberger Schneiderinnung beinhaltet Urkunden, die die Rechte und Freiheiten der Schneiderzunft bestätigen, sowie verschiedene Dokumente wie etwa ein Meisterbuch, Zunftprotokolle, Meisterzulassungsbriefe, Lehrbriefe etc. und  stellt somit ein bedeutendes Dokument zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Lavanttales und des Landes Kärnten dar.“

Am Foto von links: Museumsdirektor Christian Bachhiesl, Vzbgm. Michaela Lientscher, Robert Swatek, Restaurator Hermann Wech, Gerhard Oswald (WKK-Bezirksobmann), Innungsmeisterin Birgit Moser und WKK-Bezirksstellenleiterin Diane Tiefenbacher.