Gemeinderat: Zukunft des Schönsonntagmarktes in alle Richtungen offen
06. October 2023

Im Mittelpunkt der am Donnerstag, 5.10., stattgefundenen Gemeinderatssitzung – erstmals live im Internet übertragen - stand die Zukunft des Wolfsberger Schönsonntagmarktes. Ein Antrag der VP auf Verlegung des Marktes zurück auf das Marktgelände wurde zwar mehrheitlich abgelehnt, für Bürgermeister Hannes Primus bedeutet dies aber keine endgültige Festlegung: „Die Kritik muss man ernst nehmen. Aber für die Zukunft des Marktes wollen uns heute noch nicht auf eine Richtung festlegen.“

Eine Reihe von Argumenten wurden von VP-Stadtrat Josef Steinkellner und u.a. von Gemeinderätin Waltraud Beranek für die Rück-Verlegung des Schönsonntagmarktes auf das Marktgelände in Kleinedling ins Treffen geführt: Die Innenstadt sei zu klein, die Sperren für den Auf- und Abbau zu lange, der Zugang zu Gesundheitseinrichtungen erschwert und für Handel und Gastronomie zahle sich der Markt nicht wirklich aus. Stattdessen solle über ein Wiederaufleben des „Italienerfestes“ nachgedacht werden.

Ausführlich ging Bürgermeister Hannes Primus auf die Thematik ein: „Es gibt Für und Wider. Der Markt war im letzten Jahr ein sehr großer Erfolg, heuer hat auch der viele Regen die Stimmung etwas beeinträchtigt. Ich kann mancher Kritik, etwa an den langen Auf- und Abbauzeiten, etwas abgewinnen. Man muss aber auch sehen, dass Schausteller und Fieranten wegen des ungünstigen Termines mit Urlaubs-Fenstertag nicht mehr zurück aufs Marktgelände wollen. Und als der Markt noch in Kleinedling war, herrschte in der Innenstadt an diesen Tagen große Flaute.“

Der Bürgermeister schloss mit dem Appell, die Zukunft des Marktes gemeinsam mit allen Beteiligten nochmals gründlich zu diskutieren und sich nicht heute schon festzulegen. „Wir lernen aus der Vergangenheit und wollen die kritischen Argumente mit allen Beteiligten offen besprechen.“  

Seitens der SPÖ wurden auch von Stadtrat Jürgen Jöbstl und Gemeinderat Harry Koller, selbst ein Innenstadt-Bewohner, die vielen positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung und die Impulse für den örtlichen Handel hervorgehoben. Koller: „Der Markt hat hier einen guten Platz gefunden, wir müssen ihm nur etwas mehr Zeit zum Einspielen geben.“ Auch Reinhard Stückler von den Grünen will den Markt als  „Bereicherung für die Innenstadt“ an seinem neuen Standort erhalten, während Stadträtin Isabella Theuermann (FPÖ) auf die Kritik der Gastronomie an den hohen Standmieten verwies und sich für ihre Fraktion für die Rückverlegung auf das Marktgelände aussprach.

In der Abstimmung sprachen sich schließlich SPÖ und Grüne (insgesamt 24 Stimmen) gegen die Stimmen von ÖVP und FPÖ  (11 Mandatare) für die Ablehnung des VP-Antrages aus.

 Weitere Tagesordnungspunkte

Alle weiteren Tagesordnungspunkte wurden einstimmig beschlossen, mit Ausnahme des Antrages der FPÖ-Fraktion auf Auszahlung eines Schulstartgeldes durch die Gemeinde. Dieser wurde von allen anderen Parteien (SPÖ, ÖVP, Grüne) zurückgewiesen. Vizebürgermeister Alexander Radl (SP) und GR NAbg. Johann Weber (VP) verwiesen auf vorhandene, breite Förderungen durch Bund und Land sowie auf die ebenfalls für Notfälle vorhandene „Hilfe in besonderen Lebenslagen“.

Einstimmig beschlossen wurden der von Bund und Land geförderte Ankauf einer Christine-Lavant-Skulptur, die vor dem Haus der Musik aufgestellt wird, sowie die Neuausschreibung der Bauarbeiten für das Hochwasserschutz-Projekt Schossbach (Getreidemarkt), da sich zuletzt nur ein einziger Anbieter gefunden habe. Zur Erlangung marktkonformer Preise ist nun eine neue Ausschreibung erforderlich.

Gemeinde spart Strom

Mit interessanten Zahlen wartete der Grüne Gemeinderat Reinhard Stückler als Sprecher beim Thema „Prüfbericht zu den Stromkosten der Straßenbeleuchtung“ auf. Stückler: „Von 2016 bis 2022 hat sich hier der Stromverbrauch aufgrund der LED-Umstellung mehr als halbiert.“ Auch bei den Kosten liege man – trotz Ablösung des Aktionärstarifes -  deutlich unter den Kosten von 2016.

Internet- Premiere

Erstmals wurde gestern eine Sitzung des Wolfsberger Gemeinderates live im Internet übertragen. Der Stream verlief durchgehend ohne Unterbrechungen und in hoher technischer Qualität. Über die gesamte Zeitdauer der Sitzung (ca. 2 Stunden) wurden durchschnittlich 110 Zugriffe gezählt.