Gemeinderat gibt Grünes Licht für Lavanttaler Technologie- und Gewerbepark
24. November 2021

Der in St. Paul geplante interkommunale Technologie- und Gewerbepark Lavanttal steht vor dem Start: Gestern erfolgte auch im Wolfsberger Gemeinderat der einstimmige Beschluss zu den erforderlichen Maßnahmen, einschließlich des Gemeinde-Aufteilungsschlüssels für die mit dem Park verbundenen Ausgaben und Einnahmen. Bürgermeister Hannes Primus: „Das ist ein Meilenstein für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region!“

2025 soll die Koralmbahn als Achse Graz-Lavanttal-Klagenfurt in Betrieb gehen. Zur Ausnützung der damit verbundenen wirtschaftlichen Chancen  ist im Bereich des neuen Bahnhofes Lavanttal in St. Paul ein gemeinsamer Technologie- und Gewerbepark aller neuer Lavanttaler Gemeinden geplant.

Zu diesem Zweck soll vom Land Kärnten ein zehn Hektar großes Grundstück nördlich des Tunnelportals angekauft werden. Nun geht es in allen neun Gemeinden des Bezirkes um die Zustimmung zu dem vom Land vorgeschlagenen Aufteilungsschlüssel für die notwendigen Investitionen und die zu erwartenden Einnahmen aus der Kommunalsteuer. Dieser sieht für Wolfsberg als einwohnerstärkste Gemeinde einen Anteil von 42 Prozent vor, für St. Paul als Standortgemeinde 20 Prozent, für St. Andrä 15 Prozent und entsprechend kleinere Anteile für die übrigen Gemeinden.

Einstimmig wurde nun im Gemeinderat dem Projekt (mit einem Kündigungsverzicht von zehn Jahren) wie auch dem Aufteilungsschlüssel die Zustimmung erteilt. „Das ist ein Meilenstein für unsere Region“, betonte Bürgermeister Hannes Primus. „Gemeinsamkeit hat Vorrang vor Kirchturmdenken“. Primus bedankte sich beim Land Kärnten für den Ankauf des Grundstückes und verwies auf bereits laufende Überlegungen, das Areal noch zu erweitern.

Für die ÖVP erklärte Stadtrat Josef Steinkellner, dass damit ein lang ersehnter Wunsch der Wirtschaft in Erfüllung gehe. Erfreulich sei, dass neben dem Gewerbepark auch der Sektor Technologie nicht zu kurz komme. Gemeinderat und Nationalrat Johann Weber verwies auf die großen Chancen, die sich dem Lavanttal durch die neue Verkehrsanbindung eröffnen würden. „Schon die Errichtung der Autobahn in den 1980er Jahren hat zu einer Verdoppelung der Arbeitsplätze im Tal auf mehr als 20.000 geführt.“

Für die FPÖ sprach Gemeinderat Harald Trettenbrein –angelobt für die erkrankte Stadträtin Isabella Theuermann – von einem „Signal an die Zukunft“. Es würden auch bereits mit ansiedlungswilligen Firmen Gespräche geführt. Gleichermaßen Zustimmung kam von der Fraktion der Grünen.

Förderung für Altstadtmarkt

Der von der Organisation Pro Mente betriebene Altstadtmarkt am Hohen Platz, dessen Gründung bzw. Erhaltung als Nahversorger von der Stadtgemeinde  massiv unterstützt wurde, erhält –nach einstimmigem Beschluss - für weitere fünf Jahre eine Förderung der Gemeinde von jährlich 20.000 Euro. Bürgermeister Primus: „Das Geschäft ist ein enorm wichtiger Nahversorger für die Obere Stadt und zugleich ein vorbildlicher Ausbildner von Lehrlingen. Das verdient unsere volle Unterstützung.“

Hochwasserschutz

Die lange Liste an erforderlichen Hochwasserschutz-Maßnahmen in Wolfsberg wird weiter abgearbeitet. Nach bereits erfolgten Projekten am Auenbach, St. Thomaser Bach, Kleinen Weißenbach und Pailbach erfolgte nun einstimmig der Beschluss für die Projektierung des  Arlingbachs. Die Kosten dafür betragen rund 120.000 Euro, der Gemeindeanteil beläuft sich auf 23.000 Euro. Stadtrat Steinkellner: „Wir haben 25 Gewässer in unserem Gefahrenplan und müssen die Projekte kontinuierlich weiter in Angriff nehmen.“

Aktion Windelsäcke

Seit Beginn dieses Jahres stellt die Stadtgemeinde für Familien mit Kleinkindern und Personen mit besonderem Pflegebedarf Windelsäcke zur Abholung zur Verfügung. Pro Kind bzw. pro Person werden jährlich 26 Stück zu je 60 Liter bereitgestellt. Die Aktion wird 2022 fortgeführt, die Kosten dafür betragen 10.000 Euro.

Neuer LKW

Einstimmig beschlossen wurde der Ankauf eines neuen Kommunal-LKW für den Bauhof. Die Kosten für das Fahrzeug, das mit Liftachse, Dreiseitenkipper, Streuautomat und Schneepflug ausgestattet ist, betragen 260.000 Euro. Die Auslieferung wird voraussichtlich im nächsten Jahr erfolgen.

Schrebergärten

Die Stadtgemeinde Wolfsberg verfügt über insgesamt 26 Schrebergärten (15 in Kleinedling, 5 im Bereich des Bauhofes und 6 in Schwemmtratten).  Einstimmig beschlossen wurden neue, ab 1.1. 2022 geltende Vergaberichtlinien, z.B.Vergabe nur an Wolfsberger mit Mietwohnungen für maximal drei Jahre, keine „Vererbung“.

Diskussion über Anträge

Drei Anträge der FPÖ (Evaluierung Katastrophenschutz, Live-Übertragung von Gemeinderatssitzungen und Errichtung von Trinkwasserkraftwerken an der neugeplanten Koralpe-Wasserleitung) wurden nach vorheriger Ablehnung in den Ausschüssen und im Stadtrat nunmehr auch im Gemeinderat gegen die Stimmen der FPÖ abgelehnt. „Es spricht sachlich nichts gegen diese Anträge, aber sie gehen ins Leere, weil bei all diesen Themen bereits sehr konkrete Überlegungen der Stadtgemeinde bzw. Stadtwerke angestellt werden“, begründete Bürgermeister Primus die Ablehnung.