Sonderausstellung "Schicksalswende... " im Museum im Lavanthaus eröffnet
07. May 2022

Vor zahlreichem Publikum eröffnete gestern, Freitag, Landeshauptmann Peter Kaiser die neue Sonderausstellung über das Wolfsberger Interniertenlager 1945-1948 im Museum im Lavanthaus. Die Ausstellung zeigt den Alltag im Lagerleben von 7.000 führenden Funktionären der NSDAP aus der Steiermark und Kärnten, die nach dem 2.Weltkrieg hier interniert waren,  Kriegsverbrecher wie auch lokale Funktionäre. Zu sehen sind u.a. Briefe, Dokumente, bislang unbekannte Aquarelle und Zeichnungen ebenso wie im Lager angefertigtes Kinderspielzeug.

Als „Zentrum der Erinnerungskultur“ bezeichnete Wolfsbergs Vizebürgermeisterin und Kulturreferentin Michaela Lientscher in ihrer Begrüßung das Museum und bedankte sich zugleich beim Museumsteam - Christine Ragger und Daniel Strassnig -  für den Einsatz in der Vorbereitung der neuen Ausstellung. Landeshauptmann Peter Kaiser gratulierte zu dem Mut, sich einem Thema zu stellen, das in viele persönliche Geschichten hineinreicht. „Das Museum im Lavanthaus zeigt damit einmal mehr, dass es eine wertvolle Bereicherung für die Kärntner Kultur- und Museums-Szene ist“, so Kaiser.

Museumsleiterin Christine Ragger bedankte sich bei anwesenden Familienangehörigen ehemaliger Internierter für die zur Verfügung gestellten Leihgaben, darunter auch eine Sammlung von 50 Aquarallen, die ein Insasse im Lager angefertigt hat. Weiteren Dank richtete sie an Landeshauptmann Kaiser für die Wertschätzung des Museums durch das Land Kärnten,  an den Historiker Alexander Verdnik für die wissenschaftliche Begleitung der Ausstellung sowie an den Direktor des Landesarchivs, Thomas Zelloth, und dessen Mitarbeiterin Anna-Lena Stabentheiner für die Unterstützung bei der  Vorbereitung.

Der Wolfsberger Historiker Alexander Verdnik, fasste das Programm der Ausstellung so zusammen: „Sich der Wahrheit zu stellen, fiel der Kriegsgeneration aus vielerlei Gründen schwer. Doch wir, als Nachkommen der dritten und vierten Generation, können diese Scham durchbrechen, indem wir zeigen wie es wirklich war. Nur wenn wir unsere Vergangenheit mit all ihren Defiziten annehmen, können wir aus ihr die richtigen Lehren ziehen“.

Am Foto von links. Daniel Strassnig (Museum), LH Peter Kaiser, Vizebürgermeisterin Michaela Lientscher, Museumsleiterin Christine Ragger, LAbg. Claudia Arpa, Historiker Alexander Verdnik und der Leiter des Landesarchives, Thomas Zelloth.

Museum im Lavanthaus, Öffnungszeiten: Sommersaison: Mai – Oktober, Mi-So 10-17 Uhr.